"Es giebt ein Wesen auf der Welt, woran mein Geist Jahrtausende verweilen kann", jubiliert Friedrich Hölderlin (1770-1843) im Juli 1796 an einen Freund. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits in Susette Gontard (1769-1802) verliebt, deren Sohn Henry er seit einem halben Jahr als Hofmeister unterrichtete. Beide erlebten kurz darauf den schönsten Sommer ihres Lebens, und Hölderlin ließ die frischen Sinneseindrücke in sein Hauptwerk "Hyperion" einfließen. In dieser Episode sprechen wir über das Schicksal dieses letztendlich unglücklichen Liebespaars und das Zusammenspiel von persönlicher Freiheit, Poesie und Philosophie in den wilden Jahren der frühen Romantik.