"Über jedes Ereignis zu lachen und zu spaßen, sei das sicherste Heilmittel für ein solches Übel." so beschreibt Giovanni Boccaccio (1313-1375) in der Einleitung zu seinem "Decamerone" eine der ganz unterschiedlichen Reaktionen in der Bevölkerung auf die apokalyptischen Zustände, die seit 1348 in seiner Heimatstadt Florenz durch die Pest erzeugt wurden. Angesichts der ungeheuren Sterblichkeitsraten gingen die bislang geltenden Moralvorstellungen im Zeitraffer verloren, Verzweiflung und Abstumpfung machten sich breit. War es Gottes Strafe für die vorherigen Jahre des lasterhaften Wohlstands? Müssen die Menschen wieder gläubiger werden? Boccaccio lässt die 10 jungen Leute, die nach Fiesole fliehen und sich dort 10 Tage lang insgesamt 100 Geschichten aus aller Welt erzählen werden, zu anderen Erkenntnissen gelangen. Welche das sind und was das mit dem Leben Boccaccios zu tun hat, darüber sprechen wir in dieser Episode.