"Sie hat würcklich offt [...] ihre geschwohrene Feinde von ihrem schädlichen Vorsatz abgebracht und sich dieselben zu Freunden gemacht." notierte der ehemalige Sekretär Heinrich August Krippendorff zähneknirschend über Wilhelmine von Grävenitz (1686-1744). Obwohl er von ihrem Aufstieg als Mätresse des württembergischen Herzogs Eberhard Ludwig (1676-1733) erheblich profitierte, ließ er in seinen 1740 verfassten "Memoiren" kein gutes Haar an dieser ungewöhnlichen Frau. Vielmehr bestätigte er das offizielle Bild der hemmungslosen "Landverderberin", der es nur um Macht und Geld ging. Das kam uns verdächtig vor! Immerhin schaffte sie es, sich fast 25 Jahre an der Spitze des Herzogtums zu halten und dabei sogar aktiv in die Politik einzugreifen. Wie gelang ihr das? Was machte sie anders als etwa die Gräfin Cosel und die berühmten französischen Mätressen? Darüber sprechen wir in dieser Episode unter Verwendung interessanter Quellen wie eines Reiseberichts von Baron Pöllnitz.