Lesedusche

Friedrich Hebbel: Erquickung

Der Vater geht

Der Vater geht hinaus auf's Land,
Sein munt'res Knäblein an der Hand;
Getragen ist des Tages Last,
Nun geht er bei der Nacht zu Gast.

Solch frisches Menschenangesicht,
D'raus Heiterkeit und Friede spricht,
Das ist mir, wie ein Bibelbuch,
Ich schau hinein, und hab genug.

Bin längst nicht mehr der Tor, der fragt:
Was hast du selber dir erjagt?
Das aber giebt mir ein Gefühl,
Als gäb's für And're doch ein Ziel.

aus: Friedrich Hebbel, Sämtliche Werke, Historisch-kritische Ausgabe, besorgt von Richard Maria Werner, 24 Bde., Berlin 1901-1907.

Friedrich Hebbel

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Der Vater geht
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