Lesedusche

Georg Büchner: Brief an Wilhelmine Jaeglé / 8.-9.3.1834

Der erste helle Augenblick seit

Der erste helle Augenblick seit acht Tagen. Unaufhörliches Kopfweh und Fieber, die Nacht kaum einige Stunden dürftiger Ruhe. Vor zwei Uhr komme ich in kein Bett, und dann ein beständiges Auffahren aus dem Schlaf und ein Meer von Gedanken, in denen mir die Sinne vergehen. Mein Schweigen quält dich wie mich, doch vermochte ich nichts über mich. Liebe, liebe Seele, vergibst du? Eben komme ich von draußen herein. Ein einziger, forthallender Ton aus tausend Lerchenkehlen schlägt durch die brütende ...

aus: Georg Büchners Sämtliche Werke und Briefe, hrsg. von Fritz Bergemann, Leipzig 1922.

Georg Büchner

--:--
Track 01
Der erste helle Augenblick seit
Bitte drehen