Lesedusche

Heinrich Vogeler: Werden

Rainer Maria Rilke nannte den Vorplatz

Rainer Maria Rilke nannte den Vorplatz den "Weißen Saal". Das konnte man seinerzeit auch sagen; empfing der weißgestrichene Raum doch seine Gäste, wenn sie von der unteren Hausdiele die gewundene Treppe hinaufkamen, mit warmem Kerzenlicht, das von den getriebenen barockenen Wandleuchtern kam und über die feine Malerei von Urnen und Blumengewinden schimmerte, die die weißen Zimmertüren umrahmte. Der Saal bekam aber erst seinen vollen Reiz, wenn sich unsere junge Künstlerschar dort versammelte, ...

aus: Heinrich Vogeler, Werden, Erinnerungen, mit Lebenszeugnissen aus den Jahren 1923-1942, hrsg. von Joachim Priewe und Paul-Gerhard Wenzlaff, Berlin 1989.

Heinrich Vogeler

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