Lesedusche

Johann Peter Hebel: Mit der Freude zieht der Schmerz

Mit der Freude zieht der Schmerz

Mit der Freude zieht der Schmerz
Traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste,
Bange Sorgen, frohe Feste
Wandeln sich zur Seiten.

Und wo eine Thräne fällt,
Blüht auch eine Rose.
Schön gemischt, noch eh’ wir’s bitten,
Ist für Thronen und für Hütten
Schmerz und Lust im Loose.

War’s nicht so im alten Jahr?
Wird’s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder,
Wolken gehn und kommen wieder,
Und kein Wunsch wird’s wenden.

Gebe denn, der über uns
Wägt mit rechter Wage,
Jedem Sinn für seine ...

aus: J. P. Hebels sämmtliche Werke, Karlsruhe 1834.

Neujahr

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Mit der Freude zieht der Schmerz
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