Michelangelo Buonarotti: Sonette
O Nacht, zwar schwarze, aber linde
O Nacht, zwar schwarze, aber linde Zeit,
mit Frieden überwindend jedes Streben,
wer recht sieht und versteht, muß dich erheben,
und wer dich ehrt, ist voll Verständigkeit.
Du brichst das matte Denken ab, zersägst
und nimmst es ein mit feuchter Ruh und Schwere,
während du mich, wohin ich oft begehre,
im Traum von unten ganz nach oben trägst
Schatten des Sterbens, nur vor dir macht Halt,
was Herz und Seele feind ist, immer wieder;
letzte, Bedrückten, gute Arzenei.
Du heilst die schwache ...