Rainer Maria Rilke: Tagebuch / 3.10.1900
Diese vielbeschenkten Tage lassen mir
Diese vielbeschenkten Tage lassen mir kaum Zeit, einiges, noch von Sonntag her, nachzutragen. Ich ging, als alle schon beisammen im gelben Zimmer saßen, bis zu meinem Hause den beiden Mädchen entgegen, welche noch nach Hause gegangen waren. Als wir aus der klaren Nacht eintraten in der halbhellen Diele, war oben schon Gesang. Wir blieben, noch von niemandem gesehen, am Rand der Treppe im Dunkeln, und wie zu Dingen ließ sich der Gesang zu uns herab und umgab uns mit Schatten und Zärtlichkeit. ...