Seneca der Jüngere: Von der Seelenruhe
Auch das ist keine geringe Quelle
Auch das ist keine geringe Quelle der Bekümmernis, wenn du dich ängstlich zustutzest und dich niemandem in deinem natürlichen Wesen zeigst, wie denn das Leben vieler ein verstelltes und auf den Schein berechnetes ist. Denn es martert das beständige Achthaben auf sich selbst, indem man fürchtet, anders angetroffen zu werden, als man sich gewöhnlich zeigt; und nie werden wir die Sorge los, wenn wir eben so oft beurteilt zu werden glauben, als man uns ansieht. Denn einesteils tritt vieles ein, was ...